Kapitel 1
Paps seufzte, als ich
die Äpfel über die Küchenablage in unsere „Obstecke“ rollen ließ. Ich war ihm
oft einfach zu kindisch für eine 15-Jährige. Und zu seltsam. Was bei meinen
Lebensumständen aber nicht anders zu erwarten war.
Wir lebten in einem
kleinen Häuschen, mitten im Nirgendwo, ohne großen Kontakt zur Zivilisation. Es
war das Haus, das meine Mutter von ihren Eltern geerbt hatte. Jetzt schaute sie
mir von einer Wolke aus zu. Sie starb, als ich 4 Jahre jung war. Ich erinnerte
mich nicht mehr an sie, aber durch Fotos konnte ich mir vorstellen, wie sie
aussah.
Ich liebte es hier.
Die pure Natur um mich herum.
„Ich geh raus“ sagte
ich. Ich vermisste meine Blumen.
„Um 6 gibt’s
Abendbrot“ erinnerte mich Paps. Es war eine Angewohnheit von ihm, mir das jedes
Mal zu sagen. Seit 10 Jahren wohnten wir hier, es gab immer! um 6 Uhr essen und ich kam noch nie eine Minute zu spät. Er
hatte es von Mama. Sie hatte ihm auch immer gesagt, wann es Essen gab.
Vielleicht war es für ihn eine Möglichkeit, seine Einsamkeit zu verdrängen und
so zu tun, als wäre sie noch da. Ich wusste es nicht.
Die Sonne strahlte
mir ins Gesicht, als ich das Haus verließ. Nach ein paar Metern stand ich im
Blumenmeer. Ich ließ meine Hände durch hüfthohes, saftiges Gras und sanfte
Blüten gleiten. Den Weg zu der weißen Bank konnte ich blind gehen. Ihre Farbe
blätterte bereits ab und die Pflanzen räkelten sich an dem Holz hinauf. Ich
setzte mich und lauschte dem leisen Rauschen des Windes, der die Blumen tanzen
ließ.
Es vergingen Stunden.
Und es wurde nicht langweilig, einfach nur dazusitzen. Die Tänze der Blumen
waren abwechslungsreich - wenn der Wind kurz nachließ und dann wieder anfing,
zeigten sie eine neue Choreographie. Eine perfekte Formation. Jede Blüte auf
ihrem Platz. Dazu die Musik des Windes. Eine zarte Melodie. Passend zu den
Bewegungen der Pflanzen.
Eine wundervolle
Darstellung.
Ich brauchte keine
Uhr, um zu wissen, wann es Zeit war, nach Hause zu gehen. Ich spürte es. Das
Sonnenlicht wurde eine Nuance dunkler. Man konnte die Mücken besser sehen, die
umherwirbelten. Es war irgendwie ruhiger als nachmittags.
Leise erhob ich mich
und schlängelte mich durch das Meer nach Hause. Vorsichtig und gut überlegt
setzte ich meine Füße, um ja keine Pflanze zu zerstören. Im Laufe der Jahre
hatte sich zwar ein kleiner Trampelpfad gebildet, aber dieser wurde ständig
wieder überwuchert.
Ein paar Minuten
verstrichen, bis ich unser kleines Fachwerkhaus erblickte, welches von Efeu
bewachsen war.
Lächelnd öffnete ich
die Haustür und setzte mich an den Esstisch.
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Jetzt noch ein paar Bilder :) Ich hab mich diesmal ein bisschen beim Bearbeiten ausgetobt :D
Schreibt mir mal bitte in die Kommentare, ob das zu heftig ist, großes DANKE an euch :*
- DANKE auch dafür, dass ich jetzt schon über 1200 Klicks habe :)) ; ihr seid die Besten.
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Eine Blogvorstellung ist übrigens bei Jytte :)
Guckt mal vorbei, ist ein sehr schöner Blog :)
Dankeschön :-)
AntwortenLöschenDein Blog ist ebenfalls sehr schön, deine Bilder sind total toll,und dein text auch ! :)
Du hast auch eine neue Leserin ♥