Samstag, 12. Mai 2012

Fortsetzung


Kapitel 1

Paps seufzte, als ich die Äpfel über die Küchenablage in unsere „Obstecke“ rollen ließ. Ich war ihm oft einfach zu kindisch für eine 15-Jährige. Und zu seltsam. Was bei meinen Lebensumständen aber nicht anders zu erwarten war.
Wir lebten in einem kleinen Häuschen, mitten im Nirgendwo, ohne großen Kontakt zur Zivilisation. Es war das Haus, das meine Mutter von ihren Eltern geerbt hatte. Jetzt schaute sie mir von einer Wolke aus zu. Sie starb, als ich 4 Jahre jung war. Ich erinnerte mich nicht mehr an sie, aber durch Fotos konnte ich mir vorstellen, wie sie aussah.
Ich liebte es hier. Die pure Natur um mich herum.

„Ich geh raus“ sagte ich. Ich vermisste meine Blumen.
„Um 6 gibt’s Abendbrot“ erinnerte mich Paps. Es war eine Angewohnheit von ihm, mir das jedes Mal zu sagen. Seit 10 Jahren wohnten wir hier, es gab immer! um 6 Uhr essen und ich kam noch nie eine Minute zu spät. Er hatte es von Mama. Sie hatte ihm auch immer gesagt, wann es Essen gab. Vielleicht war es für ihn eine Möglichkeit, seine Einsamkeit zu verdrängen und so zu tun, als wäre sie noch da. Ich wusste es nicht.
Die Sonne strahlte mir ins Gesicht, als ich das Haus verließ. Nach ein paar Metern stand ich im Blumenmeer. Ich ließ meine Hände durch hüfthohes, saftiges Gras und sanfte Blüten gleiten. Den Weg zu der weißen Bank konnte ich blind gehen. Ihre Farbe blätterte bereits ab und die Pflanzen räkelten sich an dem Holz hinauf. Ich setzte mich und lauschte dem leisen Rauschen des Windes, der die Blumen tanzen ließ.
Es vergingen Stunden. Und es wurde nicht langweilig, einfach nur dazusitzen. Die Tänze der Blumen waren abwechslungsreich - wenn der Wind kurz nachließ und dann wieder anfing, zeigten sie eine neue Choreographie. Eine perfekte Formation. Jede Blüte auf ihrem Platz. Dazu die Musik des Windes. Eine zarte Melodie. Passend zu den Bewegungen der Pflanzen.
Eine wundervolle Darstellung.

Ich brauchte keine Uhr, um zu wissen, wann es Zeit war, nach Hause zu gehen. Ich spürte es. Das Sonnenlicht wurde eine Nuance dunkler. Man konnte die Mücken besser sehen, die umherwirbelten. Es war irgendwie ruhiger als nachmittags.
Leise erhob ich mich und schlängelte mich durch das Meer nach Hause. Vorsichtig und gut überlegt setzte ich meine Füße, um ja keine Pflanze zu zerstören. Im Laufe der Jahre hatte sich zwar ein kleiner Trampelpfad gebildet, aber dieser wurde ständig wieder überwuchert.
Ein paar Minuten verstrichen, bis ich unser kleines Fachwerkhaus erblickte, welches von Efeu bewachsen war.
Lächelnd öffnete ich die Haustür und setzte mich an den Esstisch.
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Jetzt noch ein paar Bilder :) Ich hab mich diesmal ein bisschen beim Bearbeiten ausgetobt :D 
Schreibt mir mal bitte in die Kommentare, ob das zu heftig ist, großes DANKE an euch :*
- DANKE auch dafür, dass ich jetzt schon über 1200 Klicks habe :)) ; ihr seid die Besten.

  Das Bild als Original hab ich wieder als Wetterbild beim NDR eingeschickt :p





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Eine Blogvorstellung ist übrigens bei Jytte :)
Guckt mal vorbei, ist ein sehr schöner Blog :)

1 Kommentar:

  1. Dankeschön :-)
    Dein Blog ist ebenfalls sehr schön, deine Bilder sind total toll,und dein text auch ! :)
    Du hast auch eine neue Leserin ♥

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